Thermenheld
Thermenheld Fachwissen · Stand 02.09.2026

Das Lexikon für Wärmepumpe, PV und Energiesparen.

49 zentrale Begriffe verständlich erklärt – damit Sie Angebote, Technik und Energieverbrauch sicherer einordnen können.

Geprüft aus der Praxis eines regionalen Heizungsfachbetriebs.
01Wärmepumpe & Heiztechnik16 Begriffe02Photovoltaik & Stromspeicher16 Begriffe03Energiesparen & Gebäude17 Begriffe
Aktuell · Förder-Stichtag 01.02.2027

Wärmepumpen-Förderung 2027: Was sich konkret ändert.

Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt um vier Prozentpunkte. Zusätzlich reduziert sich die Obergrenze der förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit um 750 €.

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Wärmepumpe & Heiztechnik

Die wichtigsten Begriffe für Planung, Effizienz, Aufstellung und den zuverlässigen Betrieb einer Wärmepumpe.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nimmt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf und hebt sie mithilfe eines Kältekreises auf das Temperaturniveau der Heizung. Für die Effizienz sind vor allem Heizlast, Vorlauftemperatur und eine passende Auslegung entscheidend.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Sie nutzt die Außenluft als Wärmequelle und überträgt die gewonnene Energie auf das Heizungswasser. Diese Bauart lässt sich meist einfacher nachrüsten als Erd- oder Grundwasseranlagen, benötigt aber einen sorgfältig gewählten Aufstellort und Schallschutz.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gewinnt Wärme über Erdsonden oder Flächenkollektoren aus dem Erdreich. Die Wärmequelle arbeitet über das Jahr vergleichsweise konstant, erfordert jedoch ausreichend Grundstücksfläche oder eine genehmigungsfähige Bohrung.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Diese Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle und kann sehr effizient arbeiten. Voraussetzung sind geeignete Wasserqualität, ausreichende Ergiebigkeit, zwei Brunnen und die erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigungen.

Heizlast

Die Heizlast beschreibt, welche Wärmeleistung ein Gebäude am Auslegungstag benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur zu halten. Sie sollte raumweise berechnet werden und bildet die Grundlage für die Dimensionierung von Wärmepumpe und Heizflächen.

Vorlauftemperatur

Das ist die Temperatur des Heizungswassers, das vom Wärmeerzeuger zu Heizkörpern oder Fußbodenheizung fließt. Je niedriger die notwendige Vorlauftemperatur, desto effizienter kann eine Wärmepumpe in der Regel arbeiten.

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die JAZ setzt die im Jahresverlauf erzeugte Wärmemenge ins Verhältnis zum eingesetzten Strom. Eine JAZ von 4 bedeutet beispielsweise, dass aus einer Kilowattstunde Strom rechnerisch vier Kilowattstunden Wärme bereitgestellt wurden.

COP

Der Coefficient of Performance ist ein Prüfwert für das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom an einem festgelegten Betriebspunkt. Er hilft beim Gerätevergleich, bildet den realen Jahresbetrieb aber nicht vollständig ab.

SCOP

Der Seasonal Coefficient of Performance berücksichtigt mehrere genormte Betriebspunkte einer Heizperiode. Er ist praxisnäher als ein einzelner COP-Wert, ersetzt aber keine Berechnung für das konkrete Gebäude.

Bivalenzpunkt

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger oder Heizstab zusätzliche Leistung bereitstellt. Seine Wahl beeinflusst Dimensionierung, Stromverbrauch und Laufzeiten der Anlage.

Heizkurve

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur erzeugt wird. Eine passend eingestellte, möglichst flache Heizkurve verbessert Komfort und Effizienz und verhindert unnötig hohe Systemtemperaturen.

Hydraulischer Abgleich

Beim hydraulischen Abgleich werden die Volumenströme so eingestellt, dass jede Heizfläche genau die benötigte Wassermenge erhält. Das reduziert Strömungsgeräusche, verbessert die Wärmeverteilung und kann die Effizienz der Wärmepumpe erhöhen.

Pufferspeicher

Ein Pufferspeicher nimmt Heizungswasser und damit Wärme zwischenzeitlich auf. Ob und wie groß er benötigt wird, hängt von Hydraulik, Mindestvolumenstrom, Abtauenergie und Regelung ab; größer ist nicht automatisch besser.

Kältemittel

Das Kältemittel transportiert Energie im geschlossenen Kältekreis und wechselt dabei zwischen flüssigem und gasförmigem Zustand. Sicherheitsklasse, Treibhauspotenzial, Aufstellbedingungen und die fachgerechte Installation müssen gemeinsam betrachtet werden.

Schallschutz

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen werden Schallleistung, Abstand, Reflexionen und sensible Nachbarbereiche bereits bei der Planung berücksichtigt. Eine gute Platzierung und passende Betriebsweise sind wirksamer als eine spätere Notlösung.

Elektrischer Heizstab

Der Heizstab kann Spitzenlasten, Notbetrieb oder eine thermische Desinfektion unterstützen. Er erzeugt Wärme direkt aus Strom und sollte deshalb nur gezielt und mit sinnvoll eingestellten Freigabegrenzen arbeiten.

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Photovoltaik & Stromspeicher

Begriffe rund um Solarstrom, Eigenverbrauch, Speicher und das Zusammenspiel von Photovoltaik und Wärmepumpe.

Photovoltaik (PV)

Photovoltaikmodule wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Der erzeugte Solarstrom kann im Gebäude genutzt, gespeichert, für Wärmepumpe oder Wallbox eingesetzt und als Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Kilowattpeak (kWp)

kWp bezeichnet die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter standardisierten Prüfbedingungen. Der tatsächliche Ertrag hängt unter anderem von Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Temperatur, Standort und Anlagenverlusten ab.

Kilowattstunde (kWh)

Die Kilowattstunde ist eine Energiemenge. Eine Leistung von einem Kilowatt, die eine Stunde lang aufgenommen oder erzeugt wird, entspricht einer Kilowattstunde – bei PV also dem Ertrag, bei Wärmepumpen dem Verbrauch oder der Wärmemenge.

Modulwirkungsgrad

Der Modulwirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der eingestrahlten Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. Ein höherer Wirkungsgrad ist besonders bei begrenzter Dachfläche relevant, sagt allein aber wenig über den Gesamtertrag aus.

Wechselrichter

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der PV-Module in netzkonformen Wechselstrom um. Er überwacht die Anlage, optimiert den Arbeitspunkt und kann je nach System Speicher, Notstrom oder Energiemanagement einbinden.

String

Ein String ist eine Reihenschaltung mehrerer PV-Module. Module eines Strings sollten elektrisch und hinsichtlich ihrer Einstrahlung sinnvoll zusammenpassen, weil starke Abweichungen den Ertrag des gesamten Strangs beeinflussen können.

MPP-Tracker

Ein Maximum-Power-Point-Tracker regelt den Wechselrichter so, dass ein angeschlossener Modulstrang möglichst im Punkt maximaler Leistung arbeitet. Mehrere Tracker helfen bei unterschiedlich ausgerichteten oder unterschiedlich verschatteten Dachflächen.

Stromspeicher

Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Zeitpunkt der Erzeugung in spätere Verbrauchszeiten. Wirtschaftlichkeit und Nutzen hängen von nutzbarer Kapazität, Leistung, Wirkungsgrad, Lastprofil, Lebensdauer und dem Energiemanagement ab.

Eigenverbrauchsquote

Die Eigenverbrauchsquote zeigt, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms direkt oder über einen Speicher im Gebäude genutzt wird. Wärmepumpe, Speicher und steuerbare Verbraucher können diese Quote erhöhen.

Autarkiegrad

Der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs durch die eigene PV-Anlage und gegebenenfalls den Speicher gedeckt wird. Vollständige Autarkie ist im Winter meist weder realistisch noch wirtschaftlich das sinnvollste Ziel.

Überschusseinspeisung

Bei der Überschusseinspeisung wird Solarstrom zuerst im eigenen Gebäude genutzt. Nur die gerade nicht benötigte Energie fließt in das öffentliche Netz und wird nach den geltenden Bedingungen vergütet.

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist die gesetzlich geregelte Zahlung für eingespeisten Solarstrom. Höhe und Laufzeit hängen unter anderem vom Inbetriebnahmedatum, der Anlagengröße und der gewählten Einspeiseart ab.

Smart Meter

Ein intelligentes Messsystem erfasst Strombezug und Einspeisung digital und kann Messwerte sicher übertragen. Es ist eine technische Grundlage für dynamische Tarife, netzdienliche Steuerung und eine genauere Verbrauchsauswertung.

Energiemanagementsystem (EMS)

Ein EMS koordiniert PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und weitere Verbraucher. Ziel ist, günstigen oder selbst erzeugten Strom möglichst sinnvoll zu nutzen, ohne Komfort und technische Grenzen zu vernachlässigen.

Verschattung

Bäume, Gauben, Schornsteine oder Nachbargebäude können Teile einer PV-Anlage zeitweise verschatten. Eine Ertragssimulation, passende Stringplanung und bei Bedarf Leistungsoptimierer helfen, die Auswirkungen richtig einzuordnen.

Sektorenkopplung

Sektorenkopplung verbindet Strom, Wärme und Mobilität. Im Einfamilienhaus bedeutet das häufig: Die PV-Anlage versorgt Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto über ein gemeinsames Energiemanagement.

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Energiesparen & Gebäude

Grundwissen zu Gebäudehülle, Verbrauch, Tarifen, Förderung und den Stellschrauben für niedrigere Energiekosten.

Gebäudehülle

Zur Gebäudehülle gehören Außenwände, Dach, Kellerdecke, Fenster und Türen. Ihre Dämmqualität und Luftdichtheit bestimmen wesentlich, wie viel Wärme ein Gebäude verliert und welche Heizleistung benötigt wird.

U-Wert

Der Wärmedurchgangskoeffizient beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil fließt. Je kleiner der U-Wert, desto besser dämmt das Bauteil – vorausgesetzt, Anschlüsse und Feuchteschutz sind fachgerecht gelöst.

Wärmebrücke

Wärmebrücken sind Bereiche, an denen mehr Wärme nach außen gelangt als in der angrenzenden Konstruktion. Sie können Heizenergieverluste, niedrige Oberflächentemperaturen und bei ungünstigen Bedingungen Feuchte- oder Schimmelprobleme verursachen.

Dämmung

Eine Dämmung reduziert Wärmeverluste über Bauteile und kann die erforderliche Heizleistung senken. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von Bauweise, Zustand, Feuchte, Kosten und dem Zusammenspiel mit der Heizungsplanung ab.

Luftdichtheit

Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert unkontrollierte Fugenströmungen und Wärmeverluste. Sie ersetzt nicht das Lüften, sondern ermöglicht erst ein kontrolliertes Lüftungskonzept mit sicherem Feuchteabtransport.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

Eine Lüftungsanlage führt verbrauchte Luft ab und Außenluft gezielt zu. Systeme mit Wärmerückgewinnung übertragen einen großen Teil der Abluftwärme auf die Zuluft und senken dadurch Lüftungswärmeverluste.

Stoßlüften

Beim Stoßlüften werden Fenster für kurze Zeit weit geöffnet, sodass feuchte Raumluft schnell ausgetauscht wird. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen dagegen Bauteile aus und verursachen häufig höhere Wärmeverluste.

Nachtabsenkung

Die Nachtabsenkung reduziert Solltemperatur oder Heizbetrieb zeitweise. In gut gedämmten Gebäuden und bei Wärmepumpen kann eine starke Absenkung nachteilig sein, weil morgens hohe Vorlauftemperaturen zum Wiederaufheizen nötig werden.

Warmwasserzirkulation

Eine Zirkulationsleitung hält Warmwasser nahe an den Zapfstellen verfügbar, verursacht aber Wärme- und Pumpenverluste. Zeitprogramme, gute Dämmung und ein hydraulischer Abgleich begrenzen den Energiebedarf.

Einzelraumregelung

Thermostate oder Raumregler beeinflussen die Wärmeabgabe einzelner Räume. Bei einer Wärmepumpe sollte die zentrale Heizkurve möglichst gut passen, damit nicht viele Ventile gleichzeitig drosseln und den notwendigen Volumenstrom reduzieren.

Wärmepumpenstromtarif

Ein spezieller Wärmepumpentarif kann einen separaten Zähler und die steuerbare Verbrauchseinrichtung voraussetzen. Ob er günstiger ist, hängt von Arbeitspreis, Grundpreis, Messkosten, Verbrauch und dem alternativ verfügbaren Haushaltstarif ab.

Dynamischer Stromtarif

Bei einem dynamischen Tarif folgt der Strompreis zeitlichen Börsenpreisen. Mit Smart Meter und intelligenter Steuerung können flexible Verbraucher wie Wärmepumpe, Speicher oder Elektroauto gezielt in günstigere Stunden verschoben werden.

Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Das GEG bündelt Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden und an Heizungsanlagen. Für ein konkretes Vorhaben sind Gebäudetyp, Kommune, Zeitpunkt und Übergangsregeln zu prüfen; pauschale Aussagen reichen nicht aus.

Energieausweis

Der Energieausweis beschreibt die energetische Qualität eines Gebäudes als Bedarfs- oder Verbrauchsausweis. Er dient der Einordnung, ersetzt aber weder eine Heizlastberechnung noch eine technische Vor-Ort-Prüfung.

KfW-Heizungsförderung 458

Das KfW-Programm 458 unterstützt unter bestimmten Voraussetzungen den Einbau klimafreundlicher Heizungen in bestehenden Wohngebäuden. Antrag, förderfähiger Vertrag, Maßnahmenbeginn und technische Nachweise müssen in der vorgeschriebenen Reihenfolge erfolgen.

Wärmepumpen-Förderung 2027

Zum 1. Februar 2027 sinkt nach dem von der KfW am 21. Juli 2026 veröffentlichten Stand der Klimageschwindigkeitsbonus für berechtigte Selbstnutzer von 16 auf 12 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Kostenobergrenze der ersten Wohneinheit von 28.000 auf 27.250 Euro. Welche Werte im Einzelfall gelten, hängt vom Antragszeitpunkt und den persönlichen Voraussetzungen ab.

Förderänderung und Stichtag im Detail →

CO₂-Preis

Der CO₂-Preis verteuert fossile Brennstoffe entsprechend ihrer Emissionen und ist Bestandteil des Endpreises. Er stärkt langfristig den wirtschaftlichen Anreiz, Wärmebedarf zu senken und auf erneuerbare Energien umzusteigen.

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